DIALOG- Fachstelle für Mediation in Strafsachen / Täter-Opfer-Ausgleich
DIALOG richtet das Angebot einer Mediation/Täter-Opfer-Ausgleichs (TOA) an die in einem Strafverfahren beteiligten Beschuldigten und Geschädigten, denen es ermöglicht werden soll, die Straftat und ihre Folgen mit Unterstützung eines allparteilichen Dritten (Vermittler) eigenverantwortlich zu bearbeiten. Ziel ist es, durch die Mediation/den TOA den Konfliktbeteiligten die Möglichkeit zu geben, in der persönlichen Begegnung die zugrunde liegenden und entstandenen Konflikte zu bereinigen und den Schaden zu regulieren.
Die Wiedergutmachung umfasst neben finanziell bezifferbaren Schäden auch den Bereich der körperlichen und psychischen Beeinträchtigung des Geschädigten. Die Mediation/der TOA bietet einen Raum, um zwischen den Interessen des Geschädigten und den Möglichkeiten des Beschuldigten einen Weg zu finden, der für beide Seiten tragfähig ist.
Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit
Die im Jahr 2008 erheblich gestiegene Fallzahl ist auch im Jahr 2009 auf sehr hohem Niveau geblieben. Da eine Stellenanpassung in 2009 nicht erfolgte, konnte die Kooperationsarbeit mit anderen Institutionen und Beratungsstellen, wie Bewährungshilfe, Gerichtshilfe, Jugendgerichthilfe, Polizei, Richterschaft, Staatsanwaltschaft und Rechtsanwälten weiterhin nur bedingt fortgesetzt werden. DIALOG-MitarbeiterInnen nahmen jedoch als Referenten an zwei Informationsveranstaltungen für Rechtsreferendare und Jura-Studenten teil.
Darüber hinaus fand in den Räumlichkeiten von DIALOG eine Einführungsveranstaltung für die neuen Staatsanwälte statt. Somit konnte der Täter-Opfer-Ausgleich und die praktische Arbeit der Fachstelle vorgestellt, sowie die Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft vertieft werden.
Im Weiteren sind noch die Informationsveranstaltungen für Studenten der Fachhochschule in Darmstadt und für eine Gruppe von Polizeianwärtern zu benennen. Darin stellten sich DIALOG-MitarbeiterInnen den Fragen der Studenten und berichteten über ihre Arbeit als Mediatoren in Strafsachen und den Besonderheiten des Täter-Opfer-Ausgleichs.
DIALOG setzte sich darüber hinaus für eine überregionale Weiterentwicklung des Täter-Opfer-Ausgleichs auf der Landes- und Bundesebene ein. Ein DIALOG-Mitarbeiter engagiert sich im Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG). Außerdem nahmen DIALOG-MitarbeiterInnen an den Mitgliederversammlungen der Landes- und Bundesarbeitsgemeinschaft teil. Während der Mitgliederversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) am 02.10.2009 wurde eine neue aktuelle Version der TOA-Standards verabschiedet, an deren Entwicklung DIALOG in den regelmäßigen Treffen der Arbeitsgruppe gestaltend mitgewirkt hat.
Im Hinblick auf die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Fachbereiches haben sich die DIALOG-MitarbeiterInnen dazu verpflichtet, sich kontinuierlich fort- und weiterzubilden. In diesem Sinne nahmen sie im vergangenen Jahr an einem Workshop zum Thema „Die Bedeutung des Tathergangs in der Arbeit mit jugendlichen Gewalttätern“ und an mehreren Fachtagungen teil: „Netzwerk gegen Jugendgewalt - Erkenntnisse aus Wissenschaft und Praxis“, „Aussageverweigerung des TOA-Vermittlers als Zeuge“ und „Täter-Opfer-Ausgleich“. Darüber hinaus ist ein DIALOG-Mitarbeiter im bundesweiten Qualifizierungsprogramm für Mediatoren in Strafsachen als Ausbilder tätig (organisiert durch das Servicebüro für Täter-Opfer-Ausgleich und Konfliktschlichtung).
Schließlich wirkte DIALOG bei der Entwicklung der neuen Version von Mambasoft mit. Diese Falldatenbank für den Einsatz im Täter-Opfer-Ausgleich wurde überarbeitet, um den neuen inhaltlichen (im Bezug auf eine bundesweite einheitliche Statistik) und technischen Anforderungen der Fachstellen stand zu halten. DIALOG testete die Beta-Version des Programms Mambasoft während der Überarbeitung. |