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Aktivitäten/Ausblick

Die Beratungsbedürftigen suchten hauptsächlich nach Informationen über die Möglichkeiten, die Krise, die durch die Inhaftierung ihres Angehörigen entstanden ist, zu bewältigen. Dabei wurden sowohl die emotionalen, wie auch die materiellen Aspekte ihrer persönlichen Situation zum Gesprächsthema gemacht. Einige der Ratsuchenden konnten an Beratungsstellen für Angehörige von Inhaftierten in ihrer Nähe weitergeleitet werden, andere an spezielle Beratungsstellen, wie z.B. Suchtberatung oder bestimmte Fachanwälte.

Auch dieses Jahr war wieder zu beobachten, dass die emotionale Betroffenheit der Angehörigen eine tragende Rolle in den Gesprächen gespielt hat. Zwar hat die Zahl der Ratsuchenden und die langfristige Beratung nicht zugenommen, dafür aber die Häufigkeit des Kontaktes insgesamt gesehen, bzw. die Dauer der Einzelgespräche. Es ist den Ratsuchenden einfach wichtig, z.T. auch anonym, einer nicht involvierten Person ihren momentanen seelischen Gemütszustand anzuvertrauen. Zu einem persönlichen Kontakt mit der Beratungsstelle kam es in 2010 nicht.

Darüber hinaus suchten die Menschen Auskunft über den Ablauf des Strafverfahrens und über die Regelungen der Justizvollzugsanstalten (JVA). Sie fragten nach ihren Rechten als Angehörige, wie auch nach den Rechten der Inhaftierten, wollten sich zum Teil aber auch schon im Vorfeld darüber informieren, wie sie sich am Besten auf einen Haftantritt vorbereiten können.

Dazu kamen aber auch Fragen von Angehörigen bzgl. ihrer verränderten Situation, wenn z.B. die Haupteinkommensquelle durch die Inhaftierung des Partners wegfällt (Regelung der Mietzahlungen, Krankenkasse u.ä.). Zur Recherche, sowie zur Unterstützung von Konfliktlösungen wurde durch den i-Punkt Kontakt aufgenommen zu den Sozialdiensten einzelner JVA´s, Job-Center, Sozialamt und andere Ämter, Rechtsanwälte, oder zu den inhaftierten Lebenspartner.

Das mittlerweile wichtigste und mit Abstand am meisten genutzte Angebot des i-Punkt ist sein Internetauftritt auf der Homepage von der opfer- und täterHILFE e.v. Hier wurde ein spezieller Leitfaden für Angehörige von Inhaftierten erarbeitet, der die wichtigsten, immer wieder kehrenden Fragen der Angehörigen aufgreift und mir einer Fülle von Hinweisen, Tipps und Informationen, beantwortet.

Auch dieses Jahr war die Zahl der Zugriffe über das Internet wieder auf sehr hohem Niveau, was bedeutet, dass Ratsuchende sich größtenteils vorab über eine Internetrecherche schon viele Fragen beantworten können. Dadurch wird der direkte und persönliche Beraterkontakt stark eingeschränkt und auf wenige spezielle Fälle konzentriert. Die Entwicklung in diesem Fachbereich zeigt sehr deutlich, wie man moderne internetgestützte Medien einsetzen kann und sich klassische personengestützte Beratungsangebote verändern können.

Gleichwohl geht es nicht ganz ohne fachlich persönliche Beratung, denn es sollen auch weiterhin diejenigen angesprochen werden, die keinen Zugang zu solchen Medien haben, bzw. für die ein persönliches Gespräch wichtig ist.


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