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Rheinland-pfälzisches Beratungsangebot für Opfer von rechtsextrem motivierten Übergriffen

Die „Opferberatung Rechtsextremismus RLP“



Beleidigungen, Gewalttätigkeiten, Pöbeleien, Verleumdung oder auch wirtschaftliche Schädigungen:

Leider werden auch in Rheinland-Pfalz immer wieder Bürgerinnen und Bürger Opfer von Übergriffen mit rechtsextremem, - also fremdenfeindlichem, rassistischem und/oder antisemitischem-, Hintergrund.

Die „Opferberatung Rechtsextremismus Rheinland-Pfalz“ möchte Betroffene umfassend unterstützen. Die Beratung umfasst sowohl Informationen als auch psychosoziale Gespräche, in denen die Opfer die Möglichkeit haben, das Erlebte und die damit verbundenen Gefühle, wie z.B. Ängste, Wut oder Hilflosigkeit zu artikulieren. Auch die Begleitung zu polizeilichen Vernehmungen, zur Gerichtsverhandlung oder zu ärztlichen Untersuchungen gehört dazu. Darüber hinaus ist es in Einzelfällen möglich, Trauma-Experten oder Anwälte hinzuziehen bzw. an diese weiterzuvermitteln.

Die Beratung erfolgt kostenlos, vertraulich und ist auf Wunsch anonym. Sie ist parteilich. Das bedeutet, dass ausschließlich die Bedürfnisse des Opfers im Mittelpunkt stehen. Eine erstattete Strafanzeige ist keine Voraussetzung für die Beratung. Auch Angehörige und andere Personen aus dem sozialen Umfeld sowie Tatzeugen können sich von dem seit Januar 2010 eingerichteten Angebot unterstützen lassen.

Die "Opferberatung Rechtsextremimus Rheinland-Pfalz" wird von der Opfer- und Täterhilfe e.V. (OUTH) als Kooperationsprojekt durchgeführt und ist Bestandteil des "Beratungsnetzwerks gegen Rechtsextremimus in Rheinland-Pfalz"

Koordiniert wird das "Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus in Rheinland-Pfalz" vom "Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung -Abteilung Landesjugendamt-"

Das "Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus in Rheinland-Pfalz" ist Bestandteil des Bundesprogramms "kompetent. für Demokratie"

Dieses wurde initiiert und wird gefördert vom "Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend"

Der Flyer der Opferberatung zum Download [330 KB]

Allgemeines

Am 01.01.2010 startete die Zusammenarbeit zwischen dem Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus in RLP, ansässig beim Landesjugendamt Rheinland-Pfalz, nachdem Ende 2009 schon einige vorbereitende Gespräche geführt wurden. Ziel der Zusammenarbeit ist der Aufbau einer Beratungsstelle für Opfer und Betroffene rechtsmotivierter Übergriffe, die neben den schon etablierten Beratungsknoten Teil des
Beratungsnetzwerks gegen Rechtsextremismus werden soll.

Angesiedelt wurde die Beratungsstelle im „ Haus des Jugendrechts“, in unseren eigenen Räumen. Eine Teilzeitmitarbeiterin konnte stundenweise aufstocken und die neue Beratungsstelle wurde mit einem Drittel Stellenumfang besetzt.

Ihre Aufgabe umfasst zunächst die Recherche über mögliche Fälle in Rheinland-Pfalz, Kontaktaufnahme zu Betroffenen, telefonische Beratung sowie psychosoziale Gespräche, in denen die Opfer die Möglichkeit haben, das Erlebte und die damit verbundenen Gefühle zu artikulieren und zu verarbeiten. Eine Begleitung zu polizeilichen Vernehmungen, Gerichtsverhandlungen oder ärztlichen Untersuchungen (falls dies gewünscht wird) sowie die Weitervermittlung an Traumaexperten oder Anwälte ist eine weitere Aufgabe.

Zur Steigerung des Bekanntheitsgrades der Beratungsstelle wurden entsprechende Infobroschüren sowie Plakate gedruckt, die an verschiedene Institutionen und Einrichtungen in Rheinland-Pfalz verteilt wurden. Unter anderem konnte über einen Mitarbeiter des LKAs erreicht werden, dass sämtliche Polizeidienststellen von RLP über die Beratungsstelle informiert und mit Infomaterial versehen wurden. Auch die Zeugenkontaktstellen sowie Verbandsgemeindeverwaltungen wurden über das Angebot in Kenntnis gesetzt.

Um einen fachlichen und aktuellen Austausch über Geschehnisse im Bereich Rechtsextremismus in Rheinland-Pfalz und eine Zusammenarbeit mit den Beratungsknoten, die einen Überblick über ihre „Region“ haben, zu gewährleisten, fand eine monatliche Teilnahme bei Treffen der „Kollektiven Beratung“ sowie den Treffen des Beratungsnetzwerks gegen Rechtsextremismus RLP statt.

Zielgruppe

Zielgruppe des Beratungsangebotes sind Opfer, Betroffene, deren Familie und Freunde sowie Zeugen von rechtsmotivierten Übergriffen wie beispielsweise Gewalttaten, Bedrohungen, Beleidigungen und Denunziationen, Pöbeleien und wirtschaftlichen Schädigungen (soweit möglich). Für die Betroffenen einer solchen Tat, die meist fremdenfeindlich, rassistisch oder antisemitisch motiviert ist und sich in der Regel
gegen Bevölkerungsgruppen richtet, die nicht in das Weltbild von Rechtsextremen passen, beginnt meist ein Kreislauf aus Gefühlen wie Wut, Angst, Hilflosigkeit bis hin zu einer traumatischen Lebenssituation (posttraumatische Belastungsstörung etc.). Sie sehen sich konfrontiert mit belastenden Situationen wie einer Zeugenaussage bei der Polizei, einer mögliche Gerichtsverhandlung, einer erneute Begegnung mit dem/den Täter(n) und fühlen sich oftmals wieder als Opfer.

Damit Betroffene unterstützt und ihnen entsprechende Hilfe angeboten werden kann, ist die Beratung kostenlos und vertraulich, unabhängig davon, ob eine Anzeige erstattet wurde, auf Wunsch auch anonym oder vor Ort und parteilich, d.h., die Bedürfnisse des Opfers stehen im Mittelpunkt.


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