Täterarbeit "Contra Häusliche Gewalt" - Beratungsstelle Mainz
Aktivitäten/Ausblick
Nach ersten Erfahrungen sind die TAE MitarbeiterInnen zu dem Schluss gekommen, für die Schichtarbeiter keine „offenen“ Gruppen anzubieten. Diese Gruppenform, die darauf ausgelegt ist, einzelne Module abzuarbeiten, zeigte folgende Nachteile: - keine Gruppendynamik und wenig Vertrauensbildung in der Gruppe - einzelne Teilnehmer sind zu lange im Programm bis alle Module abgearbeitet sind - kein situativer Arbeitsansatz mehr möglich, da das Programm für die jeweiligen Termine immer schon fest steht.
Aus den genannten Gründen, werden mit den Schichtarbeiter zunächst wieder ausschließlich Einzelgespräche geführt. Inzwischen funktioniert das Helfernetz sehr gut. Die Täterarbeitseinrichtung pflegt intensive Kontakte zu den Stadt- und Kreisjugendämtern, der Polizei, der Justiz, den Kinderschutzdiensten,den Opferhilfeeinrichtungen und den Drogenberatungsstellen. Die Zusammenarbeit funktioniert immer besser und wir sind zunehmend mehr in der Lage, nicht nur mit den Tätern zu arbeiten, sondern gleichzeitig auch die Familien zu schützen.
Interessant ist die Tendenz gegen Jahresende, dass mehr und mehr Jugendliche mit der gerichtlichen Auflage, sich mit Beziehungsgewalt auseinanderzusetzen, zu uns kommen.Gemeinsam mit den erwachsenen Männern und Familienvätern in der Gruppe machen sie eine besondere Erfahrung im Themenfeld häuslicher Gewalt,- als Täter gegenüber ihrer Freundinnen und als Söhne, die oft Opfer waren.
Die steigende Zahl der Fälle macht Mut, diesen Weg weiter zu verfolgen. Männer und Frauen mit Beziehungskonflikten die in gewalttätigen Übergriffen enden, haben große Not und suchen Hilfe. Die Zahl der Freiwilligen, die sich an uns wenden steigt.
Leider haben wir große Defizite an Anlaufstellen für Paare oder psychotherapeutische Praxen, die unsere Klienten ohne lange Wartezeiten aufnehmen könnten. Denn ist die Motivation einmal geweckt, ist die Sehnsucht nach Heilung groß.
Nach nunmehr fünf Jahren ist das Programm Täterarbeit im Landgerichtsbezirk Mainz sehr gut angekommen. Es wäre deshalb von Seiten der Programmverantwortlichen wünschenswert, für das ansteigenden Fallaufkommen auch entsprechend ansteigende Programmressourcen zu schaffen.
Täterarbeit "Contra Häusliche Gewalt" - Beratungsstelle Bad Kreuznach
Aktivitäten/Ausblick
Die Vernetzung aller in Frage kommenden Kooperationspartner im Landgerichtsbezirk muss, wie auch im Vorjahr berichtet, noch weiter verstärkt werden. Kooperative Netzwerke auf verschiedenen operativen und inhaltlichen Ebenen sind unerlässlich für die Etablierung der Täterarbeit. Dies bedeutet vor allem, dass (mögliche) Kooperationspartner des entfernten Umlandes kontaktiert werden und bestehende Kontakte aufgefrischt werden müssen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist hierbei die oben bereits erwähnte scheinbar geringe Aktivität der Polizei bzgl. der Aussprachen von Empfehlungen für die Täterarbeitseinrichtung, welche es zu prüfen und ggf. zu lösen gilt.
Für April 2011 ist ein neuer Trainingskurs geplant; nach aktuellem Stand werden neun Klienten an diesem Gruppenangebot teilnehmen.
Ziel für 2011 ist die noch stärkere Institutionalisierung der Täterarbeit im Landgerichtsbezirk Bad Kreuznach sowie der Erhalt der Beratungs- und Gruppentätigkeit auf dem derzeitigen Niveau, denn mehr erlaubt die aktuelle Stellenbesetzung von 50% nicht.
TAE - „Contra Häusliche Gewalt!“ - Koordinationsbüro für Täterarbeit RLP
Aktivitäten/Ausblick
Personell ergab sich ein Wechsel innerhalb der Servicestelle. Der bisherige Stelleinhaber verließ die Opfer- und Täterhilfe Rheinhessen e.V. zum 31. Juli 2008. Seine Nachfolgerin nahm zum 01. August 2008 ihre Arbeit auf. Die ersten Arbeitsmonate der neuen Stelleninhaberin waren der Einarbeitung, der Orientierung, des Kennenlernens der einzelnen Beratungsstellen „Contra Häusliche Gewalt!“ und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie verschiedener Kooperationspartner etc. geschuldet. Darüber hinaus erfolgten mehrere Koordinationsgespräche mit dem Ministerium des Innern und für Sport des Landes Rheinland-Pfalz.
Die Servicestelle hat an dem im September 2008 in Erkner stattgefundenen „Bundesweiten Fachaustausch von Täterarbeitseinrichtungen und Einrichtungen der Frauenunterstützung in Fällen Häuslicher Gewalt“ der BAG TäHG teilgenommen sowie fachbezogene Fortbildungen besucht.
Die Zusammenarbeit der Täterarbeitseinrichtungen im Land wurde verstärkt; so wurden regelmäßig stattfindende Arbeitsgespräche aller Beratungsstellen „Contra Häusliche Gewalt!“ implementiert, um den fachlichen Austausch zu gewährleisten.
Die Servicestelle sowie zwei gewählte Sprecher der Beratungsstellen „Contra Häusliche Gewalt!“ waren in der Fachgruppe „Täterarbeit im System Opferschutz“ des Landesweiten Runden Tisches des RIGG vertreten.
Des Weiteren fanden regelmäßige Gespräche und mehrfache Testläufe bzgl. der sich noch in der Entwicklung befindlichen EDV-Datenbank zur Klientendatenverwaltung der Beratungsstellen „Contra Häusliche Gewalt!“ zur Vereinfachung bzw. Vereinheitlichung der statistischen Erhebungen sowie der wiederkehrenden Arbeitsabläufe statt. Die Weiterentwicklung und Implementierung der EDV-Datenbank wird 2009 fortgeführt.
Darüber hinaus wurden Verwaltungsaufgaben in verschiedenen Bereichen, wie die Pflege der Kontaktdaten und der Homepage (www.contra-haeusliche-gewalt.de) ausgeführt sowie verschiedene Außentermine wahrgenommen.
Die weitere Koordinierung der Arbeit der acht Beratungsstellen „Contra Häusliche Gewalt!“ in Verbindung mit einer verstärkten Standardisierung und die Entwicklung einer gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit wird in 2009 fortgeführt.
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