Anti-Aggressivitäts-Training (AAT)

ist eine Gruppenmaßnahme für Personen, die Gewaltdelikte begangen haben. Sie sollen hierbei in Kursen Techniken und Verhaltenweisen erlernen, mit denen sie ihre Aggressionen bewältigen können.

Zielgruppe

der von uns angebotenen Kurse sind Erwachsene, die erstmals oder wiederholt wegen körperlicher Gewalt gegen Andere aufgefallen sind, und zwar insbesondere wegen

  • Straftaten gegen das Leben (§§211,212 StGB)
  • Körperverletzung (§§223, 223a, 224,226, StGB)
  • Schwerer Raub (§ 250 StGB)

Rücksichtsloses und gegenüber pädagogischen Interventionen resistentes Verhalten ist hierbei typisch. Einsicht in die Folgen für die Opfer oder Schuldgefühle bestehen in der Regel nicht.

Finanzierung des AAT

Teilnehmer des AAT zahlen das Training selbst, wenn sie finanziell dazu in der Lage sind. Eine Staffelung bezüglich der Einkommenshöhe und der damit verbundenen Belastbarkeitsgrenze wurde eingeführt und hat sich bewährt. Die zusätzlichen Kosten für die Maßnahmen werden auch über Bußgelder finanziert, die die Staatsanwaltschaft und die Strafgerichte dem Verein zuweisen.

Organisation und Inhalt des AAT

Das AAT ist eine Gruppenmaßnahme und umfasst einen Trainingszeitraum von ca. 78 Zeitstunden innerhalb von 5-7 Monaten. Die Gruppengröße besteht aus maximal 9 Teilnehmern und wird von zwei ausgebildeten AAT –Trainern und einem regelmäßig einem Praktikanten durchgeführt. Bei Bedarf werden für besondere Themen weitere Fachleute hinzu gezogen.

Die inhaltliche Arbeit im AAT basiert auf der Grundidee, die Täter an ihre eigenen Gewaltanteile (Biographien), an die Opferperspektive und an ihre Rechtfertigungsgründe heranzuführen.
Sie werden direkt mit ihren aggressiven und gewalttätigen Verhaltensweisen konfrontiert und sollen im Training die möglichen Konsequenzen ihrer Taten „durchleben“. Sie müssen sich mit ihren Taten und den Verletzungen ihrer Opfer auseinander setzen.

Wenn es gelingt, die Gewaltverherrlichung zu erschüttern, Schuldgefühle zu wecken und Mitleid mit den Opfern zu erzeugen, verlieren die Täter den Spaß an der Gewalt und entwickeln Hemmungen ihre Mitmenschen zu verletzen.


Die Ziele des AAT zusammenfassend:

  • Erzeugung von Betroffenheit und Empathie für die Opfer
  • Stärkung von Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein
  • Entwicklung neuer Handlungsstrategien zur Konfliktlösung
  • Erlernen einer Reflexionsfähigkeit
  • Umgang mit Fremdkritik

 

Zukunftsorientiertes Gruppentraining für inhaftierte Frauen in der Justizvollzugsanstalt Rohrbach (ZOG)

Ein spezielles Antigewalttraining bieten wir weiblichen Inhaftierten in der JVA Rohrbach an.

Die Problematik bei den weiblichen Infaftierten ist -neben dem Hang zu Körperverletzungen-, dass sie regelmäßig starke Drogen konsumiert haben, sich z.T. im Methadonprogramm befinden und  auch während der Gruppenzeit auf Entzug sind. Daneben spielt das „Muttersein“ ebenfalls eine große Rolle. Schuld, Enttäuschung, Versagen gegenüber ihren Kindern steht gleichwertig neben persönlichen Themen. Traumatische Erlebnisse zeigten sich deutlicher und vordergründiger als bei Männern und tragen zu einer hohen Dynamik im Gruppengeschehen bei.

Aufgrund der kaum kalkulierbaren Verweildauer der Teilnehmer beträgt der Umfang des Angebots nur 45 Stunden bei einer Kursdauer von insgesamt 4 Monaten.

Deeskalationstraining

Im Jahr 2016 fanden, als neues und innovatives Angebot, zum ersten mal 5 Deeskalationstrainings für Helfende in der Flüchtlingsarbeit statt. Im Auftrag von 3 verschiedenen Trägern der Flüchtlingshilfe wurde an jeweils 2 Tagen einer Gruppe von Haupt- und Ehrenamtlichen vermittelt, welche einfachen Möglichkeiten des Selbstschutzes es gibt. Ein weiteres Lernziel war die Deeskalation von gewaltträchtigen Situationen, die Trennung von Täter und Opfer und die Grenzen des noch möglichen Eingreifens ohne den Selbstschutz zu vernachlässigen.
 

Downloads

Hier werden Ihnen Publikationen der AAT©-Einrichtung vorgestellt. Diese können Sie im PDF-Format herunterladen.

Presse:
Es hat mein Leben umgekrempelt
Allgemeine Zeitung Mainz, 15.12.2015

Flyer AAT

AAT Jahresbericht 2017

Kontakt

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